Tag Archive for Leine

Eine Stadtseilbahn als Ergänzung des Nahverkehrs


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Mit dem Bau der Wasserstadt Limmer und mit der deutlich ansteigenden Bevölkerungsentwicklung in Hannover entstehen neue Anforderungen an den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) unserer Stadt.

Vor diesem Hintergrund hat die Grüne Fraktion im Stadtbezirksrat Linden-Limmer einen Antrag an die Stadtverwaltung Hannover gestellt, eine Seilbahnlinie als Alternative zur Straßenbahnlinie hinsichtlich Kosten-, Geschwindigkeits- und Kapazitätsvergleich zu prüfen. Allein der Prüfauftrag hat eine erhebliche Resonanz in Hannover in Presse und sozialen Netzwerken ausgeübt (siehe unten). Die Grundargumentation möchte ich daher an dieser Stelle noch einmal darstellen:

Das Baugebiet Wasserstadt Limmer ist derzeit per ÖPNV nur über den Regiobus 700 erreichbar. Dieser wird die zu erwartenden zusätzlichen Kapazitäten nach der vollständigen Errichtung des Wohngebietes Wasserstadt mit rund 3.500 Menschen nicht bewältigen können.

Geplant ist derzeit die Errichtung einer neuen Stadtbahnlinie „12“, deren vorläufiger Endpunkt zwischen Schleuse Linden und Wunstorfer Landstraße vorgesehen ist.

Die Errichtung einer neuen Stadtbahnlinie führt allerdings zu einer erheblichen Belastung der bestehenden Streckenführung. Vor allem im Kreuzungsbereich Harenbergerstraße/ Wunstorferstraße, in der Fußgängerzone Limmerstraße und am Küchengarten zeigen sich bereits heute zu Verkehrsspitzen Kapazitätsgrenzen. Ein gegenläufiger 2,5-Minutentakt, der durch eine Doppellinie entstände, würde erhebliche Verkehrsbehinderungen zur Folge haben.

Eine Alternative könnte eine Seilbahnführung entlang der Leine darstellen. Seilbahnen werden derzeit vermehrt in Städten dort eingesetzt, wo eine enge Straßenführung oder Wasserläufe bauliche Barrieren darstellen, die die Transportgeschwindigkeit abbremsen oder mit teuren und unkalkulierbaren Tunnelbauwerken ergänzt werden müssen.

Vor allem eine innerstädtische Entfernung von fünf Kilometern Strecke wird als ideal für Seilbahnverbindungen angesehen. Heiner Monheim von der Universität Trier empfiehlt sie deutschen Städten als „missing link“, so der Tagesspiegel vom 1.2.2015.

Seilbahnen kennen keinen Stau, keine Ampel, stehen häufig zur Abfahrt bereit, haben einen geringen Energie- und Platzverbrauch, sind emissionsarm und verursachen keinen Lärm. Zwischen den Stationen stehen jeweils eine Stütze (Höhe Dornröschenbrücke und Höhe Wasserkunst).

Nach Angaben von Fachleuten liegen die Entstehungskosten bei 30 Prozent einer Straßenbahnlinie. Die Kapazität beträgt bis zu 6.000 Fahrgästen pro Stunde bei einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h.

Damit könnte die Strecke von der Wasserstadt zum Königsworther Platz in 7 bis 10 Minuten – je nach Zwischenhalten – überwunden werden (Gesamtlänge: ca. 3 Kilometer).

Von der Seilbahn aus können Herrenhäuser Allee, Welfenschloss, Leineaue als auch der Barockgarten Herrenhausen eingesehen werden.

Wir fordern die Stadt Hannover auf, das Projekt ernsthaft zu prüfen und eine Machbarkeitsstudie auf den Weg zu bringen. Es führt uns weg von der gestrigen Tunneldebatte in unserer Stadt, hin zu einem Wettbewerb um die besten Ideen für eine echte Verkehrswende.

Pressespiegel:
Neue Presse vom 16.8.2016 Seilbahn Wasserstadt – Genial oder Gaga?
Neue Presse vom 16.8.2016 Seilbahn Wasserstadt – Eine Seilbahn für Hannover
Hannoversche Allgemeine Zeitung 17.8.2016 Seilbahn Wasserstadt – Was schwebt der Wasserstadt vor?
Neue Presse vom 17.8.2016 Seilbahn Wasserstadt – Hannover diskutiert Wasserstadt-Seilbahn
Hannoversche Allgemeine Zeitung 18.8.2016 Zu gut für die Geht-nicht-Tonne

Links:
Eine Seilbahn für Wuppertal. Rat beschließt Prüfung der Realisierbarkeit (mit Link zur Machbarkeitsstudie)

Die Rückkehr der Biber

westschnellweg

Leinebrücke Westschnellweg

Ausgerechnet in den Stadtteil Linden-Nord, der die höchste Siedlungsdichte Niedersachsens aufweist, ist der Biber nach fast einem Jahrhundert Abwesenheit zurückgekehrt. Fast unbemerkt hat er sich an den Ufern der Leine angesiedelt. Erst im Naturschutzgebiet Alte Leine, dann im Landschaftsschutzgebiet Südliche Leineaue auf Höhe des Schnellen Grabens und nun im Schatten der großen Brücke des Westschnellweges. Die Bedingungen seien ideal, so der Vorsitzende des Hannoverschen Fischereivereins, Heinrich Pyka, in der Neuen Presse vom 31.12.2015. Die Weiden- und Erlenbestände am Flussufer sind nahrhaft und die Wasserqualität habe zugenommen. Und auch der Anspruch Hannovers, als Hauptstadt der Diversität den Artenreichtum zu mehren, weist den richtigen Weg. Ganz ungestört wird der Biber aber dennoch nicht bleiben, zahlreiche Angler säumen das Flussufer und der Leinenzwang wird bei Hundesbesitzern nicht immer ganz ernst genommen.

Biber

Biberspuren in Linden-Nord

Dennoch zeigt die Rückkehr des Bibers, dass der städtische Lebensraum vielfältige Möglichkeiten bietet, auch dort, wo es vielleicht auf den ersten Blick unwirtlich aussieht. Belebt wird genau dieser Zwickel an der Leine demnächst zusätzlich durch den Bezug der frisch errichteten Wohnungen für Flüchtlinge zwischen Westschnellweg und Steigerthalstraße. Diversität bekommt unter diesem Gesichtspunkt eine umfassendere Bedeutung. Für Linden sind die Neuankömmlinge ein Gewinn.

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Nachtaufnahme eines Bibers in der Nähe des Ohe-Damms, Foto Geiling/2015

Und weil immer wieder Rückfragen zur Siedlungsdichte aufkommen, hier noch die Rangfolge der dichtbesiedelsten Stadtteile Niedersachsens: 1. Linden-Nord (169 Bewohner/Hektar am 1.1.2014), 2. Oststadt (164), 3. List (89) 4./5. Südstadt/Vahrenwald (je 76) 6. östliches Ringgebiet Braunschweig (64), 7. Stadtteil Schinkel Osnabrück (58), 8. Mühlenberg (56), 9. Linden-Mitte (55)

Siehe auch:
Umwelt
Guerilla-Gardening erobert die Stadt

Fahrradstadt Hannover

FahrradFahrräder warten auf ihren Einsatz, Linden-Nord, Hannover

Die grünste Großstadt Deutschlands hat das Potenzial, die fahrradfreundlichste Großstadt Norddeutschlands zu werden.

Der Anstieg der Fahrradnutzung am gesamten Verkehrsaufkommen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten verdoppelt. 19 Prozent aller Wege in der Stadt Hannover werden heute mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Die grünen Achsen Eilenriede, Maschsee und Leine und ein Radewegenetz von über 500 Kilometern machen Hannover zu einer Stadt der schnellen und schönen Radverbindungen.

Mit der Nähe der großen Stadteile zum Stadtzentrum ist Hannover eine Stadt der kurzen Wege. Fahrradfahren in Hannover ist praktisch, schnell und gesund.

Fahrradfahren wird zu einem Hauptmerkmal für die neue Attraktivität Hannovers.

Für die Entwicklung dieses Potenzials müssen rechtzeitig flankierende Maßnahmen ergriffen werden. Ganz Vorne steht die Unterstützung des Wachstums des Radverkehrs und die Verbesserung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden.