Lokale Wohnungspolitik

Was ist eigentlich in den bundesdeutschen Städten in den vergangenen Jahren in der Wohnungspolitik passiert? Alle großen Städte sind erheblich gewachsen und damit vor neue Herausforderungen gestellt. Gentrifizierung, Mietenanstieg, Wohnungsneubau sind Folgen, mit denen die meisten Städte so nicht gerechnet hatten. Der gerade neu erschienene Sammelband „Lokale Wohnungspolitik. Beispiele aus deutschen Städten“ vergleicht die wohnungspolitischen Pfade von 14 Städten.

Die beiden Herausgeber Dieter Rink und Björn Egner haben mich freundlicher Weise gebeten, einen Beitrag über Hannover zu verfassen. Dieser findet sich nun unter dem Titel „Hannover wird attraktiv – Eine Stadt sucht die Balance im Kräftespiel des Wohnungsmarktes.“ Ich hatte für das Bundesbauministerium zu Stadtteilen unter Nachfragedruck geforscht und bin als Mitglied des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses mit den wohnungspolitischen Themen unserer Stadt vertraut. Andere Autorinnen und Autoren des Sammelbandes sind u.a. Andrej Holm zu Berlin, Katja Bürmann zu Stuttgart und Michael Mießner zu Göttingen.

Eine Leseprobe aus meinem Beitrag:
„Parallel zu der Bevölkerungsentwicklung veränderte sich das Selbstbild Hannovers. Bereits mit der Weltausstellung 2000 entwickelten sich zentrale Orte der Stadt und ein neuer Stadtteil zeigte Möglichkeiten der Stadtentwicklung auf. In den 2010er Jahren folgten Aufwertungen von Nachkriegsbrachen und Innenstadtflächen. Vor allem aber prosperierte der Arbeitsmarkt wieder. Es zeigt sich dabei auch die Besonderheit der Großstädte der zweiten Reihe, wie sie bspw. Leipzig oder Hannover darstellen. Die Erwartungshaltung war zu Beginn der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts verhältnismäßig gering. Leipzig hatte Abwanderung und Bauskandale zu verarbeiten, Hannover kämpfte mit Bevölkerungsrückgang und fehlendem Aufschwung. Wohnraumreserven und Neuordnung der Großstadtsymmetrien ermöglichten genau in dieser Ausgangssituation eine dynamische Entwicklung dieser Städte, in deren Folge sich Arbeitsmarkt, Bildungsangebote, Lebensstil und Außenbild wandelten. Die Frankfurter Allgemeine fand dazu folgende Einschätzung: ‚Hannover ist grün, Hannover hat Platz, und die Temperaturen sind sommers wie winters ebenso gemäßigt wie das Temperament der Bewohner. Jüngst ergab eine Studie, dass Hannover sogar die drittentspannteste Stadt der Welt sein soll'“ (S. 232f.).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.