Fußballparties ja, Dauerlärm nein

Linden freut sich sehr auf die Fußball-WM. Überall wird die WM übertragen, in Gaststätten, auf Hinterhöfen, in Gärten, an und auf Plätzen in Linden. Das war die letzten Weltmeisterschaften so und wird auch in diesem Sommer so sein.

Jetzt will die Stadt neben dem Lindener Marktplatz auch den Küchengarten-Platz für das Public-Viewing freigeben. Einen anderen Platz hatte sie in Hannover nicht gefunden, weil Anwohner sich beschwerten. Jetzt zwei Plätze nebeneinander in Linden bespielen zu wollen, hat einen faden Beigeschmack. Zumal weder Bezirksbürgermeister noch Bezirksrat informiert wurden. Erst sucht die Stadt wochenlang wie Sauerbier einen zentralen Public-Viewing-Platz und entscheidet dann plötzlich über die Köpfe hinweg, die Fußballfans in die Wohnquartiere Lindens zu schicken.

Der Stadtbezirk Linden-Limmer hat im Frühjahr die Verwaltung mit großer Mehrheit aufgefordert, ein Nachtkonzept zur Beruhigung der Partyzonen im Stadtbezirk zu erarbeiten. Dazu gehört die Forderung, nachts Streetworker und Ordnungskräfte deeskalierend auf die Partygäste einwirken zu lassen, so dass der nächtliche Geräuschpegel für die Anwohner/innen erträglicher wird.

Wir – die Grünen im Stadtbezirk Linden-Limmern – fordern die Stadt vor dem Hintergrund des Public-Viewings auf, andere Standorte zu prüfen oder zumindest zwei Teams von Ordnungskräften und Streetworkern für die gesamte WM zusammenzustellen, die bei und nach den Abendspielen von 20 Uhr bis 2 Uhr morgens zwischen Lindener Markt und Limmer Straße für Deeskalation sorgen und als Ansprechpartner für die Anwohner/innen zur Verfügung stehen. Wir müssen ja davon ausgehen, dass die Fußball-Fans nach den Abendspielen nicht sofort ruhig und besonnen wieder nach Hause gehen werden. Und das mehr oder weniger bei über 50 Spielen, die gezeigt werden sollen.

4 comments for “Fußballparties ja, Dauerlärm nein

  1. Werner Anders
    21. Mai 2018 at 19:49

    Hallo Herr Gardemin,
    Ich habe gerade in Ihrem Blog den Beitrag zum Public Viewing auf dem Küchengartenplatz gelesen. Haben Sie im OB-Ausschuß für den Küchengarten als Standort eines PV-Standortes gestimmt?
    Ich hoffe auf eine konkrete und ehrliche Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Werner Anders

    • 21. Mai 2018 at 21:30

      Hallo Herr Anders,
      mein Abstimmverhalten ist kein Geheimnis. Es wurde allerdings kein Antrag zum Küchengarten abgestimmt. Es gab einen Antrag der Linken, auf dem Tramm-Platz ein Public Viewing zu veranstalten.

      „Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover möge während der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 auf dem Trammplatz Live-Übertragungen von Spielen (Public Viewing) ausrichten, beziehungsweise unter ihrer Schirmherrschaft ausrichten lassen.“

      Diesen habe ich abgelehnt, weil er den städtischen Etat allein für das Endspiel mit 60.000 Euro belastet hätte. Das Public Viewing auf dem Tramm-Platz hätte auch die Zusage für den Küchengarten nicht rückgängig gemacht. Wir Grüne werden daher einen Antrag in den nächsten Bezirksrat geben.
      Meine Meinung zum Public Viewing habe ich ansonsten hier auf meinem Blog dargestellt.

  2. Wulf
    23. Mai 2018 at 9:08

    Wieso soll das Spektakel auf dem Trammplatz so teuer werden?!
    Der PV-Zirkus am Küchengarten wird doch auch von einem Gastronomen durchgezogen – wieso kann der gleiche das nicht (eventuell mit Partnern, falls es zu grop würde) auf dem Trammplatz machen?

    • 23. Mai 2018 at 9:31

      Der Gastronom in Linden stellt ein paar Tische und eine Leinwand. Sein Geld holt er mit der Gastro wieder rein. Das kostet die Stadt nichts. Für eine zentrale Veranstaltung wäre die Stadt zuständig. Auf dem Trammplatz bräuchte es eine große Leinwand (die kaum noch zu beschaffen sei) und den heute üblichen Begleitschutz. Einen Teil könnte man sicherlich mit Gastro reinholen. Aber eben nur einen Teil.

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