Béi Chéz Heinz bewegt sich was!

Nach Jahren der Unsicherheit ist für das legendäre Lindener Musikzentrum Béi Chéz Heinz am Ende des Tunnels Licht zu erkennen. Wir hatten von grüner Seite aus im Herbst 2019 im Bezirksrat Linden-Limmer einen Antrag gestellt, drei Standorte für die Zukunft des Béi Chéz Heinz zu prüfen (Drucksache 15-2686/2019). Und auch der neue Oberbürgermeister Belit Onay hatte sich im Wahlkampf für den Erhalt des Béi Chéz Heinz stark gemacht (siehe Lindenspiegel 10/2019, S.4). Geprüft werden sollten eine Örtlichkeit weiterhin auf dem Gelände des Fössebades, die Unterbringung im Freizeitheim Linden oder ein Standort am Lindener Hafen.

Die Stadtverwaltung hat jetzt in einer Stellungnahme zuunserem Antrag mitgeteilt, dass nach Fertigstellung des neuen Fössehallen- und des Fössefreibades (vgl. meinen Blog-Beitrag zum Fössebad) die Nutzung eines Teilgrundstücks „vorbehaltlich einer Prüfung im Baugenehmigungsverfahren durch die Bauaufsichtsbehörde der Landeshauptstadt Hannover grundsätzlich möglich“ ist (siehe Entscheidung 15-2686/2019 N1 S1)

Entscheidung 15-2686/2019 N1 S1

Das ist ein großer Erfolg in den Bemühungen um das Béi Chéz Heinz, zumal das Béi Chéz Heinz selbst den Verbleib auf dem Bestandsgelände immer bevorzugt hat. Auf welcher Fläche soll das neue Béi Chéz Heinz nun entstehen? Angedacht ist der Platz zwischen Fösse und ehemaligem Kleinkinderbecken des Freibades (siehe Foto). Dieser Ort hat mehrere Vorteile. Er liegt nahe am Westschnellweg, so dass Lärmemissionen möglichst weit von Wohnbebauung entfernt stattfinden, er ist bekannt, er ist in städtischem Eigentum, erforderliche Fahrrad- und PKW-Parkplätze können gemeinsam mit dem Fössebad genutzt werden und die Fläche wird für den Schwimmbadbetrieb nicht gebraucht. Der Badneubau entsteht als ein Riegel neben dem heutigen Hallenbad und das Freibad mit Nichtschwimmerbecken kommt auf die Liegewiese (siehe Zeichnung).

Ehemaliges Kleinkinderbecken Fössebad – Standort Neubau Béi Chéz Heinz

Wichtig ist nun, die beteiligten Parteien, also Béi Chéz Heinz, Stadtverwaltung und Politi,k zusammenzubringen. Das Béi Chéz Heinz braucht dafür auch weiterhin die Unterstützung des Stadtbezirks. Gerade in der derzeitigen Situation sind alle Kulturbetriebe in einer schwierigen und zum Teil existenzbedrohenden Lage. Durch die Veranstaltungsverbote infolge der Corona-Pandemie ist auch das Béi Chéz Heinz auf Hilfe angewiesen. Jede und jeder kann dazu mit Soli-Tickets beitragen. Aber auch der geplante Neubau des Béi Chéz Heinz benötigt Unterstützung. Es ist immer mal wieder das Missverständnis aufgekommen, das Béi Chéz Heinz wäre ein von der Stadt subventionierter Betrieb. Dem ist nicht so, lediglich die Räumlichkeiten und demnächst die neue Fläche werden dem Béi Chéz Heinz zu regulären Mietpreisen verpachtet. Auch ist das Béi Chéz Heinz kein herkömmlicher kommerzieller Betrieb, sondern eine fest im Stadtbezirk Linden-Limmer verankerte kulturelle Einrichtung, die Menschen zusammenbringt und junge Leute regulär ausbildet.

In dieser Hinsicht wäre es auch wünschenswert, wenn der Förderverein des Fössebades seine Position überdenkt. Der Förderverein hatte in einer PR-Aktion aufgerufen, das „ungeteilte Grundstück“ des Fössebades gegen das „florierende Wirtschaftsunternehmen“ Béi Chéz Heinz „verteidigen“ zu wollen. Die Teilung des Grundstücks sei „rechtswidrig“ (siehe HAZ vom 11.11.2019). Dabei hat der Förderverein auch immer vom guten Miteinander im Stadtbezirk profitiert. Umso verwunderlicher ist der derzeitige Versuch, die gemeinsame Arbeit an einer dauerhaften neuen Lösung für Fössebad und Béi Chéz Heinz zu spalten.

Jetzt gilt es, die baurechtlichen Fragen zu klären, das Fössebad und das Béi Chéz Heinz in der Planungs- und Neubauphase weiter zu begleiten. Die Entwicklung des gerade nach Norden hin wachsenden Stadtbezirks Linden-Limmer wird von diesen Entscheidungen für Bad und Musik erheblich profitieren und wir freuen uns sehr, hier jetzt auch Unterstützung in der Stadtverwaltung und beim Oberbürgermeister gefunden zu haben.

Daniel Gardemin 3/2020

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